Dienstag 28. September 2010 von Gintoki
In letzter Zeit habe ich vermehrt beobachten können, dass Blogger ihre schreiberischen Tätigkeiten infrage stellen. Viele wissen nicht mehr, woraus sie ihren Antrieb zum Schreiben beziehen sollen. Natürlich kann ich nachvollziehen, dass viele die Anstrengungen nicht mehr auf sich nehmen, die Zeit zum Bloggen nicht mehr aufwenden können oder wollen, aber viele haben meiner Meinung nach den eigentlichen Sinn des Bloggens aus dem Augen haben. Ich denke, dass wir uns an dieser Stelle darauf besinnen sollten, warum und wofür wir eigentlich bloggen.
Dazu sollten wir bis zur Grunddefinintion des Wortes “Blog”, der sich vom englischen “Weblog” ableitet, zurückgehen. Was ist ein Blog überhaupt?
Wikipedia sagt:
Ein Blog [blɔg] oder auch Web-Log [ˈwɛb.lɔg], engl. [ˈwɛblɒg], Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch, ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert oder Gedanken niederschreibt.
Nun mag man von dem Online-Lexikon halten, was man will, und ich war mir selbst nicht ganz sicher, ob ich auch wirklich meine Definition vorfinden würde, aber meiner Erachtens nach gibt der Artikel die Grundaufgabe eines Blogs absolut zutreffend wieder.
Blogger sollten nicht aus Pflichtgefühl bloggen, unbedingt etwas schreiben zu müssen, und erst recht nicht aus Zwang. Eine Schreibpflicht herrscht höchstens auf kommerziellen Seiten vor und ich maße mir an, zu behaupten, dass keiner von uns schreibt, um Geld zu verdienen. Jeder Blogger sollte verstehen, dass er niemandem etwas schuldet und den Blog in erster Linie für sich betreibt – alles andere ist eine nette Beigabe, aber nebensächlich.
Wie der Wikipedia-Artikel es schon sagt, handelt es sich bei einem Blog um nichts weiter als ein erweitertes Tagesbuch, das online gestellt wird. Nun sind wir über den Status der privaten Geheimhaltung schon hinaus, auch offenbaren wir auf unseren Blogs allzu selten unsere innersten Gedanken und Gefühle, aber die Kernaufgabe ist doch gleich geblieben: Der Hauptgrund, aus dem wir schreiben, aus dem wir unsere Kraft und unsere Zeit aufwenden, ist doch, um das festzuhalten, was uns beschäftigt, bekümmert und interessiert – mögen es nun Geschehnisse aus dem Leben, die Unzufriedenheit mit einem furchtbaren Kinofilm, der Frust über das allzeit schlechte Wetter oder einfach der Spaß an einer gelungenen Anime-Folge sein. Alles mögliche kann für die Ewigkeit festgehalten werden. Unsere Artikel sind quasi unsere Memoiren.
