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Kuriositäten aus der Welt des Fußballs

Sonntag 4. Juli 2010 von Gintoki

kein Tor

Eindeutig kein Tor!

Was wäre der Fußball ohne seine zahlreichen Kuriositäten und Lachern, für die nicht nur die WM-Schiedsrichter gesorgt haben. Und auch wenn Fußball nicht für jeden interessant sein dürfte, so ereignen sich von Zeit zu Zeit immer wieder lustige Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden.

Aus diesem Grund und als Abwechslung zum ernsten WM-Geschehen ist hier eine Zusammenstellung einiger der kuriosesten Geschichten aus der Welt des Fußballs.

Die Schiedsrichterin, der Balljunge und das Tor

Bleiben wir für den Anfang doch direkt mal bei den Schiedsrichtern. Dass der Herren-Fußball ein Männersport ist, dürfte wohl die wenigsten überraschen, doch gegen eine Frau als Schiedsrichter ist eigentlich nichts einzuwenden – auch wenn dies höchst selten vorkommt. Dies dachte man sich wohl auch in Brasilien, als man Frau Oliveira als Referee für das Spiel eines Pokalwettbewerbes ansetzte.

In diesem stand es 1:0 für die Gäste aus Sorocoba und die Heimmannschaft Santacruzense drängte auf den Ausgleich, bis dieser buchstäblich “vom zwölften Mann” erzielt wurde. Als Santacruzense nämlich kurz vor Schluss einen Schuss nebens Tor setze, schnappte sich ein Balljunge den Ball und kickte ihn ins Tor. Als Schiedsrichterin Oliveira sah, wie der Torwart den Ball aus dem Netz holte, entschied sie auf Tor für Santacruzense und der Balljunge wurde als Held gefeiert.

Ihr glaubt’s nicht? Hier der Beweis:

Letztlich brachte aber alles nichts: das Spiel wurde wiederholt, Verein und Balljunge wurden bestraft und unbestätigten Behauptungen zufolge darf seitdem in Brasilien nie wieder eine Frau ein Spiel pfeifen…

Tor, kein Tor, weder noch?

Dass Schiedsrichter durchaus weise und vor allem salomonisch entscheiden können, bewies ein Landsmann von Frau Oliveira. Bei einem Spiel in Paraiba (Brasilien) platzte die Naht des Fußballs bei einem Freistoß, so dass der innere Ballon ins Tor, die Hülle hingegen am Tor vorbei flog. Kein Problem für den Schiedsrichter, denn dieser entschied auf ein halbes Tor, wodurch das Spiel mit 0,5:0 endete.

Schiri, du bist doch besoffen!

Nicht mehr ganz so bei Sinnen dürfte hingegen dieser weißrussische Kollege gewesen sein. Fairerweise muss gesagt werden, dass seine Leistung noch ganz ordentlich gewesen sein soll – dafür, dass er 2,6 Promille im Blut hatte…

Ärztestreik

Dass die Mannschaftsärzte anno WM 1930 nicht ganz so gut wie heute ausgerüstet waren, dürfte klar sein, dennoch ist ein ärztlicher Zwischenfall bei der historisch ersten WM, die übrigens in Uruguay ausgetragen wurde, besonders kurios. Im Halbfinale zwischen Argentinien und den USA lief der US-Arzt Jack Coll aufs Spielfeld, um einen verletzten Spieler zu versorgen – und musste am Ende selbst vom Platz getragen werden. Er atmete nämlich den Inhalt einer Flasche Chloroform ein, die in seiner Tasche ausgelaufen war.

Schweizer Hitze

Der Schuldige für das 0:7 des WM-Debütanten Schottland gegen Uruguay bei der WM 1954 in der Schweiz war schnell gefunden, denn die Schotten wurden in erster Linie Opfer der klimatischen Bedingungen in Basel, wo bis zu 37 C° vorherrschten. Zudem waren die Schotten in traditionellen Wolltrikots mit langen Ärmeln und zugeknöpften Kragen angetreten.

Schottland Trikot

Quelle: historicalkits.co.uk

“Beim schottischen Fussballverband hatte man angenommen, in der Schweiz müsse es wegen der Hochgebirge kalt sein”, erklärte Tommy Docherty, damals Mittelfeldspieler und später Teammanager bei Manchester United. “Wir waren ausgerüstet wie für eine Polarexpedition. Die Uruguayer hingegen trugen kurzärmlige Trikots mit luftigem V-Ausschnitt. Kein Wunder, dass wir 0:7 verloren.”

Angstgegner

Bestimmte Bevölkerungsgruppen sind ja gerne unter sich und wollen, dass dies auch im Fußball gilt. Soweit ja kein großes Problem, sofern es nicht gerade zu Fundamental-Konflikten wie im Rahmen eines Amateur-Wettbewerbes in Frankreich führt. Bei diesem weigerte sich das muslimische Team Créteil Bébel nämlich “aus religiösen Gründen”, gegen die Schwulen-Mannschaft Paris Foot Gay (doch, die heißen wirklich so) anzutreten.

“Bitte entschuldigt, aber wegen eures Team-Namens können wir aufgrund der Prinzipien unserer Mannschaft, die aus gläubigen Muslimen besteht, nicht gegen euch spielen”, lautete die Absage per Mail an das schwule Team, “Unsere Überzeugungen sind uns wichtiger als ein simples Fußballspiel. Tut mir Leid, dass wir euch so spät darüber informiert haben.” Belgharki

“Als Muslim habe ich das Recht, nicht gegen Homosexuelle zu spielen, denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute”, sagte der Créteil-Bébel-Trainer Zair Belgharki einem Radio-Sender. Zugleich entschuldigte er dafür, “falls diese Entscheidung jemanden verletzt hat”.

Paris Foot Gay

Das Team von Paris Foot Gay reagierte widerum schockiert: ““Wir sind in der Vergangenheit oft beleidigt worden, aber so etwas ist uns noch nie passiert”, erklärte Pascal Brethes, einer der Gründer des schwulen Vereins. Seine Mannschaft sehe einen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz und habe Protest beim Verband eingelegt.

In einer Pressemitteilung erklärte PFG, dass der Verein offen sei für alle Nationalitäten, Hautfarben, sexuelle Orientierungen oder Religionen und man so gegen Diskriminierung kämpfen wolle: “Es ist symptomatisch, dass sich niemand über Vereine aufregt, die nur bestimmten Menschen offen stehen”, erklärte Paris Foot Gay mit Blick auf den muslimischen Verein, “Aber alleine das Wort ‚Gay’ im Fußball zu erwähnen, führt zu Hass und Angst.”

Leider ist diese Geschichte also eine Kuriosität mit einem ziemlich ernsten Hintergrund. Wie sie ausging, ist mir leider nicht bekannt.

Torschummel

Ungeheure Kreativität bewies der dänische Torhüter Kim Christensen von IFK Göteborg in der schwedischen Liga. Als dieser erfuhr, dass die Tore in einigen Stadien nicht fest verankert sind, schob er die Pfosten regelmäßig vor dem Anpfiff zusammen, um die Tore um einige Zentimeter zu verkleinern.

Beim Spiel in Örebro bemerkte der Schiedsrichter jedoch die Fehlstellung des Tores und korrigierte die Pfostenpositionen – und per TV-Beweis wurde Christensen schließlich als Übeltäter entlarvt.

Der konnte die Empörung gar nicht verstehen:  “Ich bin schockiert über die Reaktion in Schweden. Jeder macht das, aber ich bin sicher, dass die Reaktion stärker ist , weil ich Däne bin.”

Gerüchten zufolge sollen Stürmer versucht haben, die Pfosten auseinander zu schieben…

So, das war es fürs Erste. Ich hoffe, da waren einige lustige und interessante Geschichten dabei. Bei Interesse schreibe ich noch einen zweiten Teil über Kuriositäten aus der Fußballwelt. :)

Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 4. Juli 2010 und abgelegt unter Fußball, Kurioses, Sport. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.



1 Kommentar über “Kuriositäten aus der Welt des Fußballs”

  1. PaladinFenris schrieb:

    unfassbar… das mit dem halben Tor fand ich besonders lustig ^.^  [Kommentar zitieren]

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