Analysen der deutschen WM-Gruppengegner
Sonntag 13. Juni 2010 von Gintoki
Das Interesse dürfte ziemlich gering sein und ich bin auch ziemlich spät dran, da das erste Spiel der deutschen Mannschaft schon heute ansteht, aber dennoch möchte ich euch noch kurz über die Gruppengegner von Deutschland informieren. Ich hätte die Analysen gerne etwas ausführlicher gemacht, aber dafür fehlt mir leider die Zeit (Hausaufgaben…). Na ja, vielleicht dann für die nächste Runde.
Die “Stars” jeder Mannschaft habe ich mal hervorgehoben.
Australien
Begegnung: Sonntag, 13 Juni 2010, 20.30 Uhr: Deutschland – Australien in Durban (ZDF)
Kader:
Tor: Mark Schwarzer (Fulham), Adam Federici (Reading), Eugen Galekovic (Adelaide)
Abwehr: Lucas Neill (Galatasaray), Craig Moore (vereinslos), Scott Chipperfield (Basel), David Carney (Enschede), Luke Wilkshire (Dyn. Moskau), Mark Milligan (JEF United), Michael Beauchamp (Al-Jazira),
Mittelfeld: Tim Cahill (Everton), Mark Bresciano (Palermo), Vince Grella, Brett Emerton (beide Blackburn), Jason Culina (Gold Coast United), Brett Holman (Alkmaar), Carl Valeri (Sassuolo), Mile Jedinak (Antalyaspor), Richard Garcia (Hull City), Dario Vidosic (Nürnberg)
Angriff: Joshua Kennedy (Nagoya), Nikita Rukavytsya (Enschede), Harry Kewell (Galatasaray)
Das australische Team ist wesentlich schwächer als jenes, das vor vier Jahren das Achtelfinale erreichte. Die besten Spieler haben entweder aufgehört oder sind alt geworden, während kaum neue Spieler nachgekommen sind. Auffällig ist, dass sogar Spieler dabei sind, die vereinslos sind oder in schwächeren Ligen wie z.B. der 2. Japanischen Liga ihr Geld verdienen. Insbesondere in der Abwehr hapert es.
Der beste Mannschaftsteil dürfte die Torwartposition sein, Mark Schwarzer ist zwar schon 37, aber in überragender Verfassung. Die weiteren Säulen der Mannschaft sind vor allem in der Offensive zu finden – hier stechen der zentrale Mittelfeldspieler Tim Cahill und Außenstürmer Harry Kewell heraus, wobei beide nicht mehr die Jüngsten sind und Letzterer mit einer langwierigen Verletzung zu kämpfen hat. Kewell dürfte kaum vollkommen fit sein, auch ein Einsatz von Anfang an ist fraglich. Somit hängt die Offensive Australiens vom torgefährlichen Cahill ab, auch weil Sturmspitze Kennedy die nötige Kälte im Abschluss fehlt. Große Stars hat Australien nicht.
Fazit:
Übrigens mag ich Cahills Jubel wirklich gerne – nach jedem Treffer gibt es eine Boxeinlage mit der Eckfahne. Aber so cool der Jubel auch ist – die deutsche Mannschaft sollte Cahill tunlichst davon abzuhalten, ihn zu zeigen. Wenn die deutsche Mannschaft Cahill ausschalten kann, so wird es für Australien ganz schwer, für Durchschlagskraft in der Offensive zu sorgen.
Insgesamt ist der Kader nämlich schwach besetzt. Aufgrund der schwachen Abwehr Australiens sollte die deutsche Mannschaft zu einem klaren Erfolg kommen.
Serbien
Begegnung: Freitag, 18. Juni 2010, 13.30 Uhr: Deutschland – Serbien in Port Elisabeth (ZDF)
Kader:
Tor: Vladimir Stojkovic (Wigan), Bojan Isailovic (Lubin), Andjelko Djuricic (Leiria)
Abwehr: Branislav Ivanovic (Chelsea), Antonio Rukavina (1860 München), Nemanja Vidic (ManUnited), Neven Subotic (Dortmund), Aleksandar Lukovic (Udinese), Ivan Obradovic (Saragossa), Aleksandar Kolarov (Lazio)
Mittelfeld: Dejan Stankovic (Inter), Nenad Milijas (Wolverhampton), Milos Krasic (ZSKA Moskau), Milan Jovanovic (Lüttich), Milos Ninkovic (Dyn. Kiew), Gojko Kacar (Hertha), Zdravko Kuzmanovic (Stuttgart), Zoran Tosic (Köln), Radosav Petrovic (Partizan Belgrad)
Angriff: Nikola Zigic (Valencia), Marko Pantelic (Ajax), Danko Lazovic (St. Petersburg), Dragan Mrdja (Novi Sad)
Vom Kader her gesehen ist Serbien der mit Abstand stärkste Gruppengegner. Weder in der Abwehr, noch im Mittelfeld oder Sturm sind klare Schwächen zu erkennen – nur die Torhüterposition ist mit Stojkovic schwach besetzt und der eindeutige Schwachpunkt in der Mannschaft.
Ansonsten kann sich das serbische Team durchaus sehen lassen. In der Abwehr sind mit Ivanovic, Vidic und Subotic drei sehr kopfballstarke Spieler vertreten. Im Angriff werden wahrscheinlich Sturmtank Zigic (2,02 m) und Pantelic auflaufen, die ebenso stark in der Luft sind. Daher muss bei Standardsituationen unbedingt aufgepasst werden!
Stark ist auch das Mittelfeld, insbesondere die Flügelspieler Krasic (rechte Seite) und Jovanovic (linke Seite) sind gefährlich. Krasic weist zwar wenig Kreativität auf, ist aber enorm schnell und könnte die unbeweglichen deutschen Abwehrspieler vor Probleme stellen. Zudem ist er ebenso torgefährlich wie sein Pendant Jovanovic, dem besten serbischen Torschützen in der WM-Qualifikation. Der routinierte Stankovic im zentralen Mittefeld hat zwar die besten Zeiten hinter sich, ist aber nach wie vor ein guter Spiellenker.
Fazit:
Die flinken Flügelspieler könnten die deutsche Abwehr vor Probleme stellen, darüber hinaus weist das Team viele kopfballstarke Spieler auf. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass Serbien verstärkt über die Flügeln agieren wird. Heißt also, dass die deutschen Außenverteidger aufpassen müssen. Bei Lahm braucht man sich keine Sorgen machen, der eher unbewegliche Badstuber könnte sich hingegen mit Krasic schwer tun.
Insgesamt hat die serbische Mannschaft sowohl in der Offensive als auch in der Defensive einige Stars in ihren Reihen, die Deutschland vor eine große Herausforderung stellen werden. Abwehrchef Vidic gilt gar als einer der besten Innenverteidiger der Welt. Nur im Tor ist die Mannschaft schwach besetzt. Daher sollte die deutsche Mannschaft früh den Abschluss suchen und auf Abpraller spekulieren!
Ghana
Begegnung: Mittwoch, 23. Juni 2010, 20.30 Uhr: Ghana – Deutschland in Johannesburg/Soccer City (Das Erste)
Kader:
Tor: Richard Kingson (Wigan), Daniel Agyei (Accra), Stephen Ahorlu (Heart of Lions)
Abwehr: John Paintsil (Fulham), John Mensah (Sunderland), Samuel Inkoom (FC Basel), Hans Sarpei (Leverkusen), Rahim Ayew (Z. Kairo), Lee Addy (Bechem), Isaac Vorsah (Hoffenheim), Jonathan Mensah (Free State Stars)
Mittelfeld: Kwadwo Asamoah (Udinese), Anthony Annan (Rosenborg), Sulley Muntari (I. Mailand), Kevin-Prince Boateng (Portsmouth), Quincy Owusu-Abeyie (Doha), Stephen Appiah (Bologna), Andre Ayew (Arles-Avignon), Derek Boateng (Getafe)
Angriff: Asamoah Gyan (Rennes), Prince Tagoe (Hoffenheim), Dominic Adiyiah (AC Mailand), Matthew Amoah (Breda)
Die ghanaische Mannschaft ist sehr jung hat viele Talente in ihren Reihen. Durch den Ausfall vom Michael Essien (Chelsea), dem wahrscheinlich besten Mittelfeldspieler Afrikas, muss das Team auf ihren absoluten Starspieler verzichten.
Einen großen Schwachpunkt lässt sich trotzdem nur auf der Torhüterposition finden. Kingson ist kein sicherer Rückfall und neigt zu Patzern. Sein Stammplatz ist gefährdet. Die Spieler, die das Gerüst der Mannschaft bilden, spielen bei ihren Vereinen zumeist nur eine untergeordnete Rolle, haben aber durchaus Erfahrung auf europäischer Ebene. Dies gilt insbesondere für Muntari, der nach dem Ausfall von Essien der beste Spieler im Team sein dürfte. Stars hat die Mannschaft aber nicht mehr. Abzuwarten bleibt, wie sich der berüchtigte Kevin-Prince Boateng in die Mannschaft einfügen wird. Er wird wohl eine Position im defensiven Mittelfeld einnehmen.
Fazit:
Das Fehlen von Essien schwächt die Mannschaft erheblich und ist kaum zu kompensieren. Ghana wird das Weiterkommen nur dann gelingen, wenn die jungen Spieler einen Sprung nach vorne machen können. Und dass Ghana durchaus über gute Talente verfügt, haben sie jedenfalls schon letzten Oktober bei der U-20 WM gezeigt – dort bezwangen sie im Finale Brasilien und wurden Weltmeister.
In der Vorbereitung konnten sie mich allerdings nicht überzeugen. Sollte die deutsche Mannschaft ihre Leistung abrufen können, dürfte ein Sieg gegen Ghana kein Problem sein.
Gesamtfazit:
Ich gehe von einem Gruppensieg der deutschen Mannschaft aus und rechne mit Serbien als Gruppenzweiten. Die schwachen Kader von Australien und Ghana lassen kaum auf einen Einzug ins Achtelfinale schließen. Aber wie immer ist im Fußball alles möglich.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 13. Juni 2010 und abgelegt unter Fußball, Sport. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.