Straßenverkehr in Peking
Samstag 25. Juli 2009 von Gintoki

Es gibt nicht viel Stressigeres. Menschenmassen überall, das macht den Hauptunterschied zwischen den Straßen von Peking und den doch vergleichsweise recht beschaulichen in Deutschland aus.
Dennoch sind die Möglichkeiten in Peking, von A nach B zu kommen, durchaus komfortabel, sofern man sich denn nicht allzu sehr an ein bisschen Drängeln stört. Und dazu kommt es fast überall, sei es nun der Bus oder die U-Bahn.
Daher ist es in der Regel immer noch angenehmsten, ein Taxi zu nehmen. Die sind in Peking sehr zahlreich vertreten und am westlichen Maßstab gemessen auch ziemlich günstig. Aber nicht einmal der erfahrenste Taxifahrer kennt alle Bezirke Pekings. Das sagt schon einiges aus über die gewaltigen Ausmaße dieser riesigen Stadt. So kann ein Ort in der selben Stadt schon mehrere Stunden entfernt sein.
Die Taxifahrer in Peking sind die besten und zugleich die schlechtesten.
Technisch sind sie nämlich die besten. Man kann sich vorstellen, wie eng die Straßen von Peking sind, dennoch schaffen sie es immer mit großem Geschick, sich durch die kleinsten Lücken zu zwängen. Ein Fahrer muss schon einiges drauf haben, um in Peking Taxi fahren zu können. Der durschnittliche deutsche Fahrer würde in diesem Gewusel keine zwei Sekunden sein Gefährt unbeschadet halten können. Gut, manchmal lassen die Fahrer mit ihren gewagten Manövern den Fahrgästen schon Angst und Bange werden.
Die Fahrer in Peking – und das gilt nicht nur für solche, die ein Taxi fahren – sind nämlich die schlechtesten, wenn es um die Einhaltung von Verkehrsregeln geht. Zebrastreifen sind nur Dekoration, rote Ampeln werden getrost ignoriert. Auch die Polizei mischt mal kräftig mit und hält das scheinbar für selbstverständlich. Ist es hier leider auch. Gerade als Fußgänger hat man es nicht leicht und muss höllisch aufpassen.

Dennoch passieren ganz selten Unfälle, so habe ich noch nie einen Zwischenfall mitbekommen – und ich war wirklich schon viel in Peking unterwegs. Das ist vor allem den hohen Fähigkeiten der Fahrer zu verdanken. Insgesamt muss man jedoch sagen, dass die Mentalität im Straßenverkehr so ziemlich die der Stadt wiederspiegelt. Man braucht hier Ellenbogen und große Durchsetzungskraft, oft wird hier auch zu unsauberen Mitteln gegriffen.
Die Fahrweise hier ist unheimlich aggressiv und rüpelhaft. Aber auf die Makel der Mentalität hier werde ich in einem späteren Artikel noch zu sprechen kommen.
Dass es übrigens vor allem in Hauptverkehrszeiten gegen Morgen und Abend immer wiede zu Staus kommt, ist wohl nicht wirklich überraschend.

Nicht nur die Autos machen einem als Fußgänger das Leben schwer. Überall gibt es im wahrsten Sinne des Wortes “Weglagerer”. Ist ja nicht so, dass die Straßen nicht ohnehin schon eng genug für die ganzen Leute wären. Klar, ab und zu kann man sich mal was kaufen, allerdings sollte man bei solchen Angeboten von Kleinbuden usw. immer gut aufpassen, nicht betrogen zu werden. Bei Imbissbuden ist auf Hygiene zu achten.

Nicht zu vergessen sind die Fahrradfahrer, die auch gerne mal auf die Nerven gehen. Ob man sich jetzt unbedingt mit einem Affenzahn auf dem – gerne auch motorisierten und eindeutig verkehrswidrig schnellen – Drahtesel durch dichte Straßen schlägeln muss? Für einige scheint die Antwort leider nicht eindeutig “nein” zu lauten.
Kommen wir wieder zu größeren Gefährten: Für nicht allzu empfehlenswert halte ich Busse. Sie sind eng, laut, sehr warm, unruhig und bleiben oft im Stau stecken. Und das Ticketsystem ist sowieso schwer zu durchschauen. Im Zweifelsfalle also lieber die U-Bahn nehmen.


Die hat es mir nämlich richtig angetan. Zur Olympia wurden die U-Bahn-Stationen gehörig modernisiert. Überall sind nun Bildschirme, Touch-Screens, elektronische Fahrpläne usw. zu finden.
Gerade die Bahne der neueren Linien sind gut mit technischen Extras wie Bildschirmen mit Fernsehprogrammen oder Nachrichten und Fahrpläne mit Leuchtanzeigen zur Orientierung ausgestattet.

Auch das Ticketsystem ist sehr modern. Die Scansysteme funktionieren gut, nur muss man sich ziemlich sputen, um durch die Schranke zu kommen. Wachen sorgen für Sicherheit, sind aber eher am Schlafen als am Arbeiten.
Das einzige Manko sind die gefährlichen U-Bahn-Türen. Anders als in Deutschland gibt es hier keinen Infrarotmechanismus, wenn sich die Türen schließen, dann wollen sie auch nicht mehr aufgehen. Ich sehe da noch Nachholbedarf.
Ansonsten kann sich die U-Bahn in Peking locker mit den japanischen messen.
Letztlich ist festzustellen, dass sich der Verkehr in Peking stark vom deutschen unterscheidet, hektischer und ermüdender ist. Andererseits kommt man überall gut hin. Am wichtigsten ist es aber vor allem – und das gilt wohl überall auf der Welt – gut auf seine Sicherheit zu achten. Speziell auf den turbulenten Straßen von Peking.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 25. Juli 2009 und abgelegt unter China, Rund um die Welt, Urlaub. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Samstag 25. Juli 2009 um 20:03
Nett!xD
“Zebrastreifen sind nur Dekoration”
Geldverschwendung, die weise Farbe.
“Überall gibt es im wahrsten Sinne des Wortes “Weglagerer”.”
Hindernisse überall und zwar in der verschiedensten Variationen!0.o
“Für nicht allzu empfehlenswert halte ich Busse. Sie sind eng, laut, sehr warm, unruhig und bleiben oft im Stau stecken.”
Der Fluch der Vehikel mit 6+ Rädern. ZakuAbumi[Kommentar zitieren]
Sonntag 26. Juli 2009 um 12:58
Wie ist das Klima in den Bussen? Angenehme Klimaanlage oder fahrende Sauna mit Körperwärme DELUXE? Und wie sieht’S in den U-Bahnen aus? Würde mich ja mal interessieren… PaladinFenris[Kommentar zitieren]
Sonntag 26. Juli 2009 um 15:14
Das Klima in den Bussen ist ganz, ganz übel. Man kann sich ja vorstellen, wie die Luft auf den Verkehrsstraßen hier sowieso schon ist. Feinstaub pur, da kannst du dir Staubschicht beim DS-Spielen nur so runterbürsten, sage ich euch.
Die Klimaanlagen machen sich – sofern sie denn mal existieren bzw. nicht aus Kostengründen ausgeschaltet sind – kaum bemerkbar. -_-
U-Bahn-Stationen im Untergrund sind ohnehin wunderbar kühl, Klimaanlagen gibt es, die funktionieren auch. Natürlich ist es am kühlsten, solange man unter der Erde mobil ist. ^^ Gintoki[Kommentar zitieren]
Sonntag 26. Juli 2009 um 17:49
Das ging in Shanghai zum Glück.
Besonders hinten im Bus wars echt erträglich.
Allerdings, wenn die SOnne richtig geknallt hat und viele Leute im Bus waren, wär ich doch lieber einfach ausgestiegen und hätte ein Taxi genommen. DaRuX[Kommentar zitieren]