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Beschwerliche Reise – von Achterbahnflug, Flugzeugfraß und Schweinegrippealarm…

Samstag 4. Juli 2009 von Gintoki

Schweinegrippe

Astronauten im Flugzeug?

Da bin ich wieder mit einem Bericht aus China beziehungsweise über den Weg dahin.

Ich wurde wieder auf eindrucksvolle Weise daran erinnert, wieso ich die Flüge nach China hasse. Wobei aber nicht im Umkehrschluss anzunehmen ist, dass ich sie je wieder verdrängen könnte.

Am Anfang ging noch alles relativ reibungslos. Auf dem Weg zum Düsseldorfer Flughafen gab es kaum Stau, weswegen wir verfrüht dort ankamen. Die gewonnene Zeit ging allerdings direkt wieder bei der Parkplatzsuche drauf. Auf der obersten Etage des Parkhauses wurden wir letztlich fündig, was nicht anderes bedeutet, als dass wir einen Platz auf der wahrhaftig sonnigen Seite des Lebens ergattern konnten. Aber nicht, dass ich noch darunter zu leiden gehabt hätte, schließlich traten wir die Rückfahrt nicht an. An dieser Stelle noch mal besten Dank an meinen Onkel, der uns bis in den Flughafen begleitet hat.

Vorher hieß es aber noch, andere Hindernisse zu umgehen. Nachdem ich mein Leben minutenlang vergeudet hatte, gab ich die Illusion auf, dass die Aufzüge auf dem Parkhausdach vielleicht doch keine bloßen Dekorationen darstellen würden. Zumindest befanden sich noch andere funktionstüchtige Lifts auf der Etage. Selbstverständlich aber nur an der entgegen gelegenen Ecke. Schön auch, dass die Türe zu den Aufzügen so schon eng sind. Konnte ja kein Architekt damit rechnen, dass die Leute Gepäck oder sonstiges überflüssiges Zeug für eine Reise dabei haben könnten.

Apropos Gepäck: Wir waren schwer beladen und glaubt mir, es frustiert tierisch, wenn ihr eine Violine für eure kleine Cousine, die übrigens in Deutschland lebt und sich die Geige auch bei nächster Gelegenheit abholen könnte (was aber natürlich zu einfach wäre), durch die halbe Welt schleppen müsst. Den Laptop konnte ich noch vertragen, den brauche ich schließlich, um an einem gewissen Blog zu arbeiten.

So kamen meine Mutter, meine Sis und ich auch mal beim Flug an. Den ganzen Eincheck-Kram überspringe ich einfach mal, der Nervfaktor hierbei dürfte allseits bekannt sein. Es sei aber noch erwähnt, dass bei einigen Mitarbeitern das Gehalt gekürzt worden ist. Zumindest schloss ich das aus ihrem gut gelaunten Auftreten.

Übrigens hatte das Flugzeug natürlich noch ordentlich Verspätung.

Nach den Turblenzen hat man sich doch eine kleine Entspannung verdient. Das dachte sich sicherlich auch der Pilot, der das Flugzeug rappelnd wie ein Karton voller potenter Kaninchen nach München tuckerte. Hatte teilweise schon was von Achterbahn, auch vom Gekreische her. Bei der Landung wurde dann schön geklatscht. Sowohl von Seiten der Fluggäste, die sich ihres Lebens freuten, als auch vom Flugzeug.

Froh, ohne die nächste Flugzeugkatastrophe in München angekommen zu sein, machten wir uns daran, zum nächsten Flug nach Peking zu kommen. Da uns wieder etwas Zeit blieb (und nachher übrigens noch mehr, da der Flieger – oh Wunder – Verspätung hatte), begleitete ich meine Schwester zu diesen Flughafenshops. Die kleine Göre wollte nämlich unbedingt was zu essen haben. Aber das will ich ihr nicht verübeln, mir ist das Zeug, das sie uns im Flugzeug als “Essen” vorsetzen, auch alles andere als geheuer.

Wirklich überrascht war ich aber, als eine Ladenbetreiberin von meiner Schwester, die sich einen Snack kaufen wollte, Pass und Flugticket sehen wollte. Von solchen Regelungen hatte ich noch nie gehört. Aber ich verstehe sie gut. Schließlich gibt es viele, die gar nicht fliegen wollen und nur deswegen hier einkaufen, weil die Angebote so wunderbar günstig sind. Und diejenigen muss man natürlich ausfiltern.

Ich konnte uns aber noch daraus reden und meine Sis bekam schließlich ihre Snacks.

Kleine Zwischenfrage: Was gibt es Lustigeres, als wenn die Sitznachbarin der Familie in der Wartehalle plötzlich Fieber bekommt? Auf die Erkrankte werde ich später noch zu sprechen kommen.

Der Flug nach Peking war glücklicherweise wesentlich sanfter als der letzte. Die Sitze waren mit Bildschirmen ausgestattet, mit denen man sich Filme anschauen, Musik anhören und so weiter konnte. Allerdings funktioniert die Touch-Screen-Steuerung dieser Teile ungefähr so gut wie das Gehirn eines CDU-Politikers. Also überhaupt nicht. Okay, das war unfair, ich nehme die Aussage zurück. Die Touch-Screens funktionieren nämlich schon ein bisschen.

Während des Fluges durfte meine Mutter auch noch allerlei komplizierte Formularien ausfüllen. Nachdem wir auch den letzten Winkel unserer Lebensläufe offengelegt hatten, waren die Zetteln für Herrn Schäuble die Einreisebehörde auch mal abgearbeitet.

Flugunternehmen sollten sich mal Gedanken darum machen, ob Flugübelkeit nicht hauptsächlich auf ihre Gerichte zurückzuführen ist. Der überaus unschmackhafte Fraß ist der reinste Horror und löst allein schon durch den Geruch bei mir einen starken Brechreiz aus, dem ich, einen Weltrekord in Luftanhalten aufstellend, mit größter Mühe trotzte.

Daher war ich bei der Ankunft auch heilfroh, das Flugzeug sofort verlassen zu können. Was schön gewesen wäre, aber nicht den Tatsachen entspricht. Erst einmal wurde das Flugzeug nämlich von der Gesundheitsbehörde gestürmt. Wüsste man es nicht besser, gläubte man, es werde ein Film über eine Alieninvasion gedreht. Mit ulkigen Pistolenthermometern zogen die außerdem noch mit Mundschutz, Schutzbrillen und Gumminhandschuhen ausgestattenen Freunde durch die Gänge und überprüften einen nach dem anderen.

Schweinegrippe2

Sehr modisch.

So lustig der Anblick anfangs auch war, wurde die Überprüfung durch zwei Schweinegrippeverdachtsfälle getrübt. Die beiden Passagiere hatten Fieber. Sofort rückten Kollegen mit Seuchenschutzkleidung an. Nach knapp einer Stunde wurden die mutmaßlichen Infizierten dann mit Mundschutz abgeführt. Bemerkenswert übrigens, wie viele andere Fluggäste binnen Sekunden auch Mundschutz aufgesetzt hatten.

Nun durften wir den Flieger endlich verlassen, allerdings mussten wir schon wieder durch zahlreiche Kontrollen. Ob auch alle Prüfer gewissenhaft ihrer Arbeit nachgingen, sei mal dahingestellt, auf jeden Fall wurden einige, die durch den Temperaturtest fielen, aussortiert und in die provisorische Qurantäne gebracht. Alle Beamte und auch zahlreiche Gäste trugen Mundschutz, so dass das ganze wie ein Mickael-Jackson-Gedächtnistag wirkte. Wobei einige Beamte anscheinend trotzdem mit den Gedanken irgendwo anders waren als bei ihren Monitoren.

Allerdings fanden die ingesamt doch strengen Kontrollmaßnahmen nur bei der Einreise in China statt, es wäre vielleicht – aber auch nur vielleicht – ja sinnvoll gewesen, auch mal bei der Abreise  zu kontrollieren. Dann hätte sich der Virus womöglich gar nicht erst weltweit ausgebreitet. Aber nicht, dass ich irgendwas daran auszusetzen hätte, dass theoretisch sogar fiebrige Passagiere mit ein paar hundert Fluggästen für neun Stunden in einer Maschine auf engstem Raum zusammengesetzt werden. Alles herrlich solidarisch.

Nachdem sich dann auch ein Taxifahrer vor dem Ausgang gefunden hatte, der bereit war, überhaupt mal zu versuchen, unsere Koffer zu verstauen, anstatt direkt abzuwinken, dass es zu viel Gepäck sei (letztlich hat übrigens alles gepasst), konnten wir auch den letzten Abschnitt des beschwerlichen Weges zu meinen Großeltern nehmen.

Und das Wetter ist wirklich übel, nicht mal in der Nacht fällt die Temperatur mal unter 30 Grad. Von den Tagestemperaturen gar nicht zu sprechen. Tja, das wird ein heiterer Monat. Aber vielleicht kann ich zumindest andere ein wenig damit erheitern.

Aus Peking berichtete Gintoki

Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 4. Juli 2009 und abgelegt unter Aus dem Leben, China, Lästereien, Rund um die Welt, Satire, Urlaub. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.



11 Kommentare über “Beschwerliche Reise – von Achterbahnflug, Flugzeugfraß und Schweinegrippealarm…”

  1. ZakuAbumi schrieb:

    Eieiei… eieieieiei…
    Das ist… öhm… was sagt man dazu überhaupt?
    Ein vollkommen positiver Bericht über die deutsche Fluggesellschaft?
    Also, unterhaltsam war es sicher… zumindest von Seiten der Leser. ^^

    Wieso hat es eine ganze Stunde gedauert, bis die beiden “Grippe-Täter” geschnappt wurden?0.o

    Wurdest du für das Theater bezahlt, gabs da ne versteckte Kamera oder hat man euch das wirklich zugemutet? Oh my Gawd…

    Dann schönen Gruß aus Deutschland!  [Kommentar zitieren]

  2. Gintoki schrieb:

    Kann sein, dass die Astronauten auch Blut entnommen haben, ich konnte das nicht genau erkennen. Auf jeden Fall mussten die Typen viele Formulare ausfüllen, angesichts ihrer – na, ja, unpraktischer Ausrüstung sicherlich ein schweres Unterfangen.

    Und die Zustände sind leider traurige Wahrheit, so ähnlich läuft’s jedes Mal. Da freut man sich schon auf den Rückflug, vor allem da mir ein Tag nach der Rückkehr auch noch ein Weisheitszahn gezogen wird. ;_;

    Danke für den Gruß, ich muss jetzt Schluss machen, weil meine Schwester, die neben mir sitzt und Hannah Montana auf dem Ipod hört, jetzt quengelt, dass sie auf SchülerVZ will. -_-  [Kommentar zitieren]

  3. Gintoki schrieb:

    Noch ein paar Sachen nach dem zweiten Foto ergänzt, die mir noch eingefallen sind.

    Wollte außerdem fragen, ob Blockschrift besser zu lesen ist als normale Schrift. ^^  [Kommentar zitieren]

  4. Wuhu schrieb:

    Hey meine Daten werden gespeichert, das ist toll. inzwischen hab ich auch ausgeschlafen, China wird von meiner, da will ich hin Liste gestrichen, jedenfalls im Sommer xD.

    Schöne grüße aus dem kühlen Schwabenlande : D. Bei uns hats anscheinend (war ja nich da) erschlagende Regengüsse gegeben, es sind 2 Menschen gestorben und sogar ohne Dummheit. (Eine andere ist einfach so, besoffen, von ner 10 meter Brücke gesprungen.. *augenrollz* ebenfalls verstorben) aber hey mir gehts gut und dir den Umständen entsprechend auch.

    “Wollte außerdem fragen, ob Blockschrift besser zu lesen ist als normale Schrift. ^^”
    Öhm .. ja wo ist der Unterschied oder seh ich nur das eine .. xD.

    PS: Bring uns mal bei wie man richtig zitiert da gibts doch son Befehl wie strong falls du das hast (falls nicht, auch egal ^^)  [Kommentar zitieren]

  5. ZakuAbumi schrieb:

    “aber hey mir gehts gut und dir den Umständen entsprechend auch.”
    Sieht man mal von den Piranhas ab.

    “Öhm .. ja wo ist der Unterschied oder seh ich nur das eine .. xD.”
    ^^
    Bei dem Eintrag hier geht der Text, also jede Zeile bis zum Rand.
    Bei dem vorigen Eintrag nicht.  [Kommentar zitieren]

  6. Wuhu schrieb:

    Bei dem Eintrag hier geht der Text, also jede Zeile bis zum Rand.
    Bei dem vorigen Eintrag nicht.

    Erster Gedanke: Ahaa! Zweiter Gedanke: Wayne ?!  [Kommentar zitieren]

  7. Gintoki schrieb:

    @ Wuhu

    Ja, China in den Sommerferien ist wirklich wenig empfehlenswert, aber die anderen Ferien sind leider nicht lang genug. -_-

    Komisch, ich kriege die Zitate auch nicht so recht hin wie beim alten Blog. Da muss irgendein Fehler vorliegen. -_-

    Ich versuche die Kommentarfunktion noch ein wenig zu verbessern (wenn möglich, sollen auch Smilies und Editfunktion eingebaut werden), dann werde ich noch in einem neuen Beitrag alles kurz erläutern. ;)

    Och, Blockschrift schaut etwas ordentlicher aus, allerdings sind die Abstände etwas größer, was vielleicht einige stören wird.  [Kommentar zitieren]

  8. ZakuAbumi schrieb:

    Raaah, die normale Schrift schaut schöner aus!>.<  [Kommentar zitieren]

  9. Gintoki schrieb:

    Okay, das meinte Wuhu auch vor ein paar Sekunden.

    PS: Um Himmesl Willen, was für eine Geschwindigkeit. O_o  [Kommentar zitieren]

  10. Reise nach Westen - Kotatsu Revolution - Unterm Kotatsu – Über die Welt schrieb:
  11. Kalifornien – die Wüste lebt (Teil 1) - Kotatsu Revolution - Unterm Kotatsu – Über die Welt schrieb:

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